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Folkloretänze
Orientalische Folkloretänze PDF Drucken E-Mail

Orientalische Folkloretänze

Orientalische Folkloretänze gelten als die traditionell überlieferten Tänze des Nahen Ostens und sind Teil des Orientalischen Tanzes. Im arabischen Sprachraum wird Folklore auch als "Shaabi" bezeichnet, was sich von "Scha'ab" herleitet und die Entsprechung für "Volk" darstellt. "Shaabi" bedeutet "aus dem Volke stammend" und bezeichnet in Kombination mit dem Wort "Raqs" ("Raqs El Shaabi") die folkloristischen Tänze arabischer Länder.

Die aus Ägypten stammenden Folkloretänze der Ghawazee, Fellahi, Hagalla (Beduinen), Saidi, Siwa- und Nubienfolklore werden auch als "Raqs el Shaabi" bezeichnet.

Die Alexandriafolklore Iskanderani gehört nicht in diese Kategorie und wird unter Baladi beschrieben.
 

*StockTanz
*Khaleegy
*Hagalla
*Literatur

StockTanz

Der FolkloreTanz Saidi, oder Saeedi, wird in Deutschland auch als StockTanz , oder Raqs El Assaya bezeichnet und stammt aus Oberägypten.

Als Musik werden Stücke mit dem typischen Saidirhythmus verwendet, so z.B. der sogenannte "Masmoudi Saghir" ein 4/4 Rhythmus. Signifikante Shaabi-Instrumente die in den Saidistücken zu hören sind, sind u.a. Rababa, Mizmar, die großen Rahmentrommeln, Req, Duff und Dahola.

Die Tänzerin Tanzt meist in einem durchgängigen Kleid und trägt viel Münzenschmuck. Das typische Saidikleid hat eine trompetenförmige Ärmelform, einen Halbmondschmuck und/oder reiche Stickereien (Halal). Das Tanz accessoire ist ein Bambusrohrstock (daher auch der Name StockTanz ). Die Damenstöcke sind mit Pailletten verziert, die der männlichen Tanz partner oder Solotänzer sind aus dickerem Material und vollkommen undekoriert.

Der StockTanz war ursprünglich ein traditioneller Duellier-, Werbungs- und KampfritualTanz ägyptischer Männer. Zwei gegeneinander konkurrierende Männer duellieren sich im Kreise ihrer männlichen Verwandten und Dorfbewohner (Tahtib). Aus diesem Ritual entwickelte sich eine tänzerische Spielart, die heute sowohl von Männern als auch von Frauen als Solo (Musik), Duett, Quartett (Musik) oder in Gruppen geTanz t wird. Der Stock wird während des Tanz es geschwungen und virtuos gedreht und/oder balanciert. Der MännersolostockTanz wird oft auch mit zwei Stöcken präsentiert.

Khaleegy

Der Khaleegy ist die ägyptische Aussprache für Khaleejy, was im übertragenen Sinne mit "golfig" übersetzt werden kann. Das heisst: Etwas stammt aus der Region am Persischen Golf, die Golfregion heißt im arabischen "Khaleej". Der Tanz an für sich, also der Khaleegy wird aber auch in den dortigen Regionen als Raqs Na'ashat oder Samri bezeichnet und in Deutschland auch als "HaarTanz ". Dies ist aber ein westlicher und recht ungenauer Begriff für den Khaleegy. Dieser spezielle Tanz gehört zwar zu den Tänzen der arabischen Welt, ist jedoch nicht als sogenannter "BauchTanz
" oder "bauchTanz ähnlich" zu betrachten.

Die Herkunft und Verbreitung des Khaleegy liegt daher in den Arabischen Golfstaaten, dem südlichen Irak (genauer: Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Qatar) und in Teilgebieten Saudi-Arabiens. Zur Tanz begleitung wird Musik aus der Region des Persischen Golfes (der arabischen Golfstaaten) verwendet, entsprechend dem Herkunftsland mit stark rhythmischer Dominanz.

Die Tänzerin trägt für den Khaleegy ein überlanges, weites Kleid, das mit wertvollen und reichhaltigen Stickereien verziert ist. Dieses wird nur zum Tanz en über die andere Kleidung gezogen. Die Haare der Tänzerin (oder der Tänzerinnen) sollten möglichst lang sein und werden offen getragen. Diese Besonderheit und die Art, wie die Haare im Tanz hin- und hergeschwungen werden, ist der Grund wie dem Khaleegy in Deutschland der Namen "HaarTanz " gegeben wurde.

Ursprünglich wurde dieser Tanz vor allem bei der feierlichen Zusammenkunft von Frauen und nur von Frauen geTanz t. Die Frauen tragen bei zum Tanz ein Überkleid und das normalerweise lange Haar der Frauen ist gelöst. Im Tanz wird das Haar ab und zu von einer Seite des Kopfes auf die andere geworfen. Beim Tanz en ist ein Fuß flach, der andere auf den Ballen gestellt. Diese Fußstellung führt bei der Tänzerin zu einem leichten "Hinken", bzw. einer leichten Auf- und Abbewegung des Körpers. Dieser "hinkende Tanz schritt" ist typisch für den Khaleegy. Wie immer bei arabischen Tänzen wird die Musik (der Text) von der Tänzerin mimisch und gestisch interpretiert. Heutzutage wird der Tanz auch als "GesellschaftsTanz " angesehen und er ist inzwischen sowohl von Männern, als auch von Frauen bei Partys u.ä. Anlässen zu sehen.

Die Bezeichnung Khaliji ist als Überbegriff zu sehen und bezeichnet nur die Herkunft des FrauenTanz es.

Hagalla

Der Name Hagalla stammt von der Bezeichnung des Tanz schrittes "Hagl" = "schlurfend gehen" und ist ein beduinischer WerbeTanz (Beduinen, hier Nomaden ursprünglich nicht arabischer Herkunft) der westlichen Wüste, also zwischen Ägypten und Libyen (im Gegensatz zu den arabischen Beduinen östlich des Nils).

Die Musik wird auf den Basisinstrumenten der orientalischen Musik gespielt. Diese sind u.a. Duff, Tabla, Nay und Rababa. Verwendet werden schneller und langsamer Malfouf, ein 4/4 oder 8/4 Rhythmus, manchmal auch mit einer 3er Betonung der Schläge 7-8.

Die Kostüme sowie der Schmuck und die Accessoires unterscheiden sich im Hagalla (u.a.) nach Geschlecht des Tänzers. Frauen tragen entweder ein Kleid mit engem Oberteil und einen weiten Rock, der aus 3 Schichten besteht. Oder sie tragen einen Unterrock mit einem vorn und in der Mitte offenen Überrock, der zumindest einige üppige Volants hat und jede Hüftbewegung betonen soll. Tänzer tragen über einer Hose eine Galabija, die etwa knielang ist, darüber eine Weste und einen Schal, den sie sich um den Oberkörper schlingen. Typisches Merkmal des Kostüms sind auch die Hagalla-Stiefel.

Hagalla ist ein sehr temperamentvoller Tanz , von Frau wie auch vom Mann lebhaft interpretiert. Typisch ist der Hagalla-Schritt, der ein schnelles Gehen auf flachem Fuß mit kleinen Schritten ist. Dieser Tanz schritt wird mit einer Twistbewegung der Hüfte kombiniert.

Literatur

* Wendy Buonaventura: Serpent of the Nile: Women and Dance in the Arab World, Interlink Publishing Group, 1998, ISBN 1-5665-6300-3
* Karin Van Nieuwkerk: A Trade Like Any Other: Female Singers and Dancers in Egypt, University of Texas Press, 1995, ISBN 0-29278-723-5
* Wendy Buonaventura: BauchTanz
, Kunstmann Verlag, 1998, ISBN 3-8889-7106-3
* Dietlinde Bedauia Karkutli: Das BauchTanz
-Buch, Rowohlt 2002, ISBN 3-4996-1328-X
* Eluan Ghazal: Der heilige Tanz . Orientalischer und sakrale Erotik, Simon & Leutner, 2005, ISBN 3-92238-995-3
* Eluan Ghazal: Schlangenkult und Tempelliebe. Sakrale Erotik in archaischen Gesellschaften, Simon + Leutner, 1995, ISBN 3-92238-963-5

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